Frank und Regine Juhls
Frank und Regine Juhls waren echte Pioniere, die mit leeren Händen anfingen in der Wildnis etwas aufzubauen. In den fünfziger Jahren gab es noch keine Strassen durch die Tundra - nicht einmal einen Pfad dahin, wo sie zu bauen gedachten. Gerade darin lag die Herausforderung. Anfangs musste das Baumaterial über einen Fluss gerudert und einen Berg hinauf getragen werden. Mit unermüdlicher Arbeidsfreude errichteten die beiden ein Haus, von dem man glauben mag, es sei über mehrere Generationen hin enstanden.
Es war ein tiefes Interesse am Leben der Nomaden, das Menschen von weit her dazu ermutigen konnte sich unter ihnen anzusiedeln. Damals dachte noch niemand an Touristen. Das Gold- und Silberschmieden war hier unbekannt. Auf Grund ihrer unsteten Lebensform konnten die Lappen schwerlich ein kompliziertes Handwerk entwickeln, das feststehende Werkstätten erfordert hätte. Dennoch hatten die Lappen jahrhundertealte Traditionen im tragen bestimmten Schmuckes, der sie über den Handel erreichte.
Die Begeisterung sich zu schmücken zu einer neuen Blüte zu treiben und auf die besonderen Vorstellungen der Samit einzugehen, ist nach wie vor eine wichtige Aufgabe dieser Werkstatt - de erste ihrer Art im ganzen Lappland.
Regine und Frank Juhls sind jedoch moderne Künstler. Ihre Arbeiten geniessen internationale Anerkennung. Er malt - sie gestaltet skulpturellen Schmuck. Beide lassen sich vor allem von der grossen, unberührten Natur inspirieren. Das wichtigste war ihnen stets die bauliche Entwicklung des Hauses. Dabei hatte es grosse Bedeutung, die sei umgebende Landschaft sanfter Höhenzüge mit einzubeziehen. So entbreiten sich etwa die Dächer über den vielgestaltigen Räumen wie Schneewehen über der Tundra...
Vielleicht ist es dennoch die Atmosphäre im Inneren des Gebäudes, die Menschen aus fernen Ländern den weiten Weg machen lässt. Mehr als ein Rahmen für Geschmeide und Kunsthandwerk, das zu erwerben Grund genug wäre dieses Haus zu besuchen, ist es eine besondere Stimmung, die alle Räume durchzieht. Man hat das Gefühl teilzunehmen am ungewähnlichen Leben einer Familie. Gleichzeitig findet man zu sich selbst.
Das Haus enthält unter anderem die erste, kleine Sammlung älterer lappischer Gebrauchsgegenstände. Neben eigenen Arbeiten wird eine schöne Auswahl nordischen Kunstgewerbes in verschiedenen Materialien zum Verkauf ausgestellt.
Dann wird man von den märchenhaft dekorierten Räumen der achtziger Jahre überrascht. Hier wird ausgesuchte Handarbeit angeboten, die von der anderen Seite der Erde stammt.
Dem Besucher wird hier einmal Kunst und Handwerk in Weltperspektive vorgestellt. - Um sein Verständnis dafür zu vertiefen, sollte er sich erzählen lassen, wie das Interesse für Nomadenkulturen die Familie Juhls über die Lappen zu anderen Nomadenvölkern und deren Ausdrucksformen führte. - Es waren entscheidende Erlebnisse, die auch in der einzigartigen Architektur des Hauses ihre Spuren hinterliessen.
Nach einem Rundgang mag Ihnen sein, als wären Sie einer kleinen Welt für sich. So mancher macht sich Gedanken über die unerwarteten Gegensätze aus der sie lebt: - Das einfache und das komplizierte, das wohlvertraute und das exotische - das alte und das neue - Natur und Kultur... Hier verschmelzen die Kontraste in seltener Harmonie.
















